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Wir erleben momentan die Entstehung von Gesellschaftsformationen, Denkweisen und Lebensarten, die ohne den Computer nicht fassbar wären. Datenbasierte Prozesse, in denen alles – von Orten, Objekten, Formen, Oberflächen, Materialien und Körpern – kodiert, transkodiert und rekodiert wird, münden in einer Datengesellschaft, die nicht mehr auf tradiertem Wissen basiert, sondern in der das Sammeln, die Interpretation und Nutzbarmachung von Daten die Grundlage des Gesellschaftlichen bilden. Datatopia erörtert eine höchst dringliche Problematik: Stellt die umfassende Datafizierung unserer Gesellschaften die althergebrachten kulturellen und politischen, ökonomischen und ökologischen Systeme grundsätzlich infrage? Als wir vor vier Jahren mit dem Projekt begannen, schrieben wir: „Die Expansion der Gestaltung in alle Lebens- und Weltbereiche, von den Landschaften, Straßen und Städten bis hin zu den Arbeitsplätzen, der Wohnung und tiefer hinein in die Personen und ihre Beziehungen, in Nanostrukturen und Genome ist gegenwärtige Realität. Vor dem Hintergrund dieser Ästhetisierungen und Subjektivierungen von Herrschaft wäre im allgegenwärtigen Überfluss von Gestaltung möglicherweise deren Abwesenheit ein befreiendes Moment.“ Wäre Abwesenheit von Gestaltung tatsächlich befreiend? Solange unter Gestaltung lediglich Ästhetisierung verstanden wird, hat die These sicherlich ihre Berechtigung. Doch was wäre, wenn Gestaltung mehr umfasste? Was, wenn wir eine Kritik der Gegenwart, deren Komplexität wir ohne Technologie nicht mehr verstehen können, nur mithilfe von Gestaltung formulieren könnten?